LRS-Verfahren

Allgemeine Hinweise zum LRS-Verfahren am Bernstorff-Gymnasium Satrup / Stand Februar 2020:

Was ist LRS und wie wird LRS festgestellt?
Eine ausgeprägte Lese-Rechtschreibschwäche ist eine Teilleistungsstörung bei ansonsten begabten Kindern. Diese Kinder haben größere Schwierigkeiten als  ihre Mitschüler, fließend zu lesen und lautgetreu zu schreiben. Eine Lese-Rechtschreibschwäche fällt in der Regel in der Grundschule auf und kann dann mit Hilfe eines förmlichen Verfahrens festgestellt werden.
Manche Kinder jedoch können ihre Schwächen in der Grundschule so erfolgreich kompensieren, dass die Rechtschreibschwierigkeiten erst später deutlich werden. Deshalb gibt es die Möglichkeit, auch in der weiterführenden Schule die Kinder auf eine Lese-Rechtschreibschwäche hin zu testen. Der Test besteht aus einem Intelligenz- und einem Rechtschreibtest und wird von dem LRS-Beauftragten der Schule durchgeführt. Eine erfolgreiche Testung hat zur Folge, dass bei Schülern mit anerkannter Lese-Rechtschreibschwäche die Rechtschreibung in den Fachnoten nicht enthalten ist (Notenschutz). Zusätzlich können bestimmte Ausgleichsmaßnahmen von der Klassenkonferenz beschlossen werden. Dazu kann z.B. bei Klassenarbeiten eine Zeitverlängerung als Nachteilsausgleich festgelegt werden. 

Für die Gewährung des Notenschutzes und Nachteilsausgleiches nach dem LRS-Erlass müssen vier Kriterien erfüllt werden:

  • Die Rechtschreibleistung ist mangelhaft.
  • Das Ergebnis im Intelligenztest ist mindestens durchschnittlich.
  • Im Rechtschreibtest ist das Ergebnis im Vergleich zur Altersgruppe viel schwächer.
  • Die Leistungen in den Fächern Deutsch und Mathematik (ohne Lese-Rechtschreibleistungen) sind überwiegend befriedigend.

Zusätzlich sind weitere Unterlagen heranzuziehen wie etwa sämtliche Schulzeugnisse der zu testenden Kinder.
Wichtig ist, dass der LRS-Erlass nur den internen schulischen Umgang mit einer Lernschwierigkeit regelt. Der Begriff oft benutzte Begriff „Legasthenie“ dagegen kommt aus dem medizinisch/psychologischen Bereich und hat andere Diagnosekriterien (vgl. FAQs).
Externe Gutachten können also zur Beurteilung hinzugezogen werden, ersetzen aber keine förmliche Anerkennung und sind auch keine Garantie dafür.

Eine LRS liegt nicht vor! Was dann?
Sollte ein Notenschutz nicht gewährt werden, können die Eltern bei besonderen und andauernden Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben unabhängig von der förmlichen Feststellung die Klassenkonferenz bitten, Ausgleichsmaßnahmen zu beschließen. Diese sind individuell zu gewähren und können beispielsweise in einer Ausweitung der Bearbeitungszeit bestehen; zudem können andere sinnvolle Maßnahmen zur Förderung des Kindes abgesprochen werden. Hierbei gilt es, wie bei den Kindern mit anerkannter Lese-Rechtschreibschwäche, jeweils individuell zu betrachten, worin das spezifische Problem liegt und was das Kind als Ausgleich für dieses Problem braucht.
Von daher ist in jedem Fall das Gespräch mit Klassen- und Fachlehrern notwendig und hilfreich. Genauso kann auch der LRS-Beauftragte direkt angesprochen werden. Spätestens mit Einleitung des Verfahrens durch die Antragstellung wird dieser automatisch hinzugezogen.

R. Jetter (Beauftragter für LRS am Bernstorff-Gymnasium Satrup)