45/25
Das Ende des Zweiten Weltkrieges, aber mal aus einer anderen Sicht.
Geschichte, so lernen wir, wurde von den Männern geschrieben. Sie waren die großen Dichter und Denker, sie haben die ausschlaggebenden Fortschritte in der Wissenschaft gemacht und auch oder gerade in der Politik waren sie es, die sich Herrscher nannten. so auch Hitler und all seine Gefolgsleute.
Was jedoch kaum erzählt wird, sind die kleinen Hoffnungsschimmer, die es auch zu dieser Zeit gab. Die heldenhaften Geschichten von Menschen, die für den Frieden kämpften, von Frauen, die als Widerstandskämpferinnen, ihr Leben riskierten. Sie wurden in verschiedene Gebiete geflogen, um mit Fallschirmen abzuspringen. Dort angekommen wurden sie von ihrer Organisation eingesammelt und in Sicherheit gebracht. Sie mussten sich unter einer neuen Identität verstecken. Sie sammelten Informationen und Neuigkeiten und funkten diese ihren Mitarbeiterrinnen in Form von verschlüsselten Botschaften. So riskierten sie Tag für Tag ihr Leben, in der Hoffnung die Zukunft schöner zu schreiben.
Genau davon handelt das Theaterstück 45/25. Geschrieben und technisch untermalt von Folke Witten-Nierade, gespielt von zwei begeisterten Schauspielern. So erfüllten die drei auch unser Klassenzimmer mit den Tönen der NS-Zeit. Das Klassenzimmer-Theater beginnt mit Galal, einem Schauspieler mit jemenitischen Wurzeln. Er betritt das Klassenzimmer und startet ein 3D-Computer-Adventure-Game. Die Leinwand flimmert und gibt dann in großen Buchstaben Level 1 wieder. Innerhalb der steigenden Level werden verschiedene Handlungsstränge aufgeklärt. Unter anderem die Geschichte von Vera Atkins. Eine Mitarbeiterin des Britischen Geheimdienstes „S.O.E.“. Sie war verantwortlich für weibliche Agentinnen, die hinter den feindlichen Linien als Funkerinnen arbeiteten. Viele ihrer Mitarbeiterinnen „verstummten“ mit der Zeit. Nach der Invasion der Alliierten in der Normandie begibt sie sich – dem Verbot ihrer Vorgesetzten zum Trotze – auf die Suche nach den Vermissten. Die letzten Vermissten wurden in Ravensbrück und Dachau erschossen.
Trotz des großen Verlustes waren diese Frauen ein großer Meilenstein in der Geschichte und haben einen unglaublichen Mut bewiesen. Eben diesen Hoffnungsschimmer, sowie den unermüdlichen Kampfgeist, konnten die zwei Schauspieler, sowie der Regisseur dem Publikum vermitteln. Mit Ihrem Stück haben sie belegt, dass auch Frauen Geschichte schreiben. 45/25 ist ein sehr inspirierendes Theaterstück für die Klasse. Es bezieht die Schüler mit ein und regt zum Nachdenken an.
Die teilnehmenden Klassen und Lehrkräfte Hr. Drews und Hr. Börnsen begrüßen es sehr, dass dieses eindringliche Stück durch die Unterstützung der Jugendbildungsstätte Scheersberg und der Partnerschaft für Demokratie Schleswig-Flensburg den Schülerinnen und Schülern des Bernstorff-Gymnasiums so niedrigschwellig ermöglicht wurde.