Abiturprüfungen finden statt – mit Terminen & Regelwerk!


Brief der Ministerin an die Schülerinnen und Schüler vom 27. März 2020


Video der Bildungsministerin Karin Prien, April 2020:


Aktualisiert am 8. April 2020:

Das Bildungsministerium gibt bekannt:

Abitur-Regelwerk steht

Die ersten Abiturprüfungen starten am 21. April – unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Die Regeln dafür hat die Landesregierung nun beschlossen.

Wir schaffen mit den nun festgelegten Regeln einen Rahmen, in dem aus heutiger Sicht die Abschlussprüfungen stattfinden können“, sagte Bildungsministerin Karin Prien. Zuvor hatte das Kabinett ihrem Vorschlag zugestimmt, die Abschlussprüfungen unter besonderen Auflagen stattfinden zu lassen. Das Bildungsministerium wolle allen Schülerinnen und Schülern die bestmöglichen Prüfungsbedingungen bieten, betonte die Ministerin. „Dabei gehen Sicherheit und Gesundheit vor.

Der Termin für die ersten Abiturklausuren ist der 21. April. Den Prüflingen machte Prien Mut: „Sie sind gut vorbereitet. Sie wissen viel, Sie können viel und Sie sind durch die gesamte Oberstufe auf diese Prüfungen vorbereitet worden. Vertrauen Sie auf Ihr Können.“ Die Prüfungen zum Ersten allgemeinbildenden Schulabschluss (ESA) und zum Mittleren Schulabschluss (MSA) an den Gemeinschaftsschulen starten ab dem 11. Mai. Wer aus Krankheits- oder Quarantänegründen nicht zur Prüfung antreten könne, müsse sich aber keine Sorgen machen. „Auch in dieser außergewöhnlichen Situation haben wir entsprechende Nachschreibetermine eingeplant„, erläuterte die Bildungsministerin.

Regelwerk nach RKI-Empfehlungen

Auf Grundlage der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) hat das Bildungsministerium Regeln aufgestellt, die die Abschlussprüfungen ermöglichen und gleichzeitig den Infektionsschutz sicherstellen.

Organisation der Prüfungen

  • Alle Prüfungsteilnehmer desinfizieren sich die Hände, sobald sie das Schulgebäude betreten. Anhand einer Liste kontrolliert eine Aufsichtsperson jeden Prüfling. Alle Teilnehmer versichern, dass sie keine Krankheitssymptome haben.
  • In den Prüfungsräumen muss ein Mindestabstand von zwei Metern zwischen allen Prüflingen und zur Prüfungsaufsicht gewährleistet sein. Dazu müssen die Prüfungsgruppen entweder auf mehrere Räume aufgeteilt werden oder die Prüfung muss in der Aula oder Sporthalle stattfinden. Diese Abstände gelten auch in allen Bereichen, an denen sich die Schüler aufhalten.
  • Die Prüfungsaufgaben werden auf den Plätzen ausgelegt, bevor die Schüler den Raum betreten. Beim Verteilen der Bögen trägt das Prüfungspersonal Handschuhe.
  • Am Vortag jeder Prüfung werden die Räume und insbesondere die Tische professionell gereinigt. Während der Prüfung müssen die Räume regelmäßig gelüftet werden. Alle Türen bleiben geöffnet, damit die Türklinken nicht angefasst werden müssen.
  • In den Prüfungs- sowie in den Toilettenräumen werden Hinweisschilder zum Infektionsschutz ausgehängt. Diese informieren über allgemeine Schutzvorkehrungen wie Händehygiene, Abstand sowie Husten- und Nies-Etikette.
  • Für die Toilettenbenutzung sind Laufwege durch die Schule auszuweisen, die Begegnungen verhindern. Die Toilettenräume werden vor und nach jeder Prüfung eingehend gereinigt. Darüber hinaus muss sichergestellt sein, dass genügend Seife und Papierhandtücher vorhanden sind.
  • An zentralen Stellen im Schulgebäude werden Desinfektionsmittel bereitgestellt. Vor den Toiletten werden Wartebereiche eingerichtet. Eine Aufsichtsperson stellt sicher, dass sich Prüflinge bei den Toilettengängen nicht begegnen.

Prüfungsteilnehmer

  • Es dürfen sich nur Personen in der Schule aufhalten, die direkt an der Prüfung beteiligt sind. Die Prüflinge müssen das Gelände sofort nach der Prüfung verlassen. Eine Aufsichtsperson stellt sicher, dass es vor oder nach der Prüfung zu keinen Ansammlungen von Schülern kommt.
  • Alle anwesenden Personen werden in einer Liste aufgeführt. Diese enthält mindestens Vor- und Familienname, vollständige Anschrift und Telefonnummer sowie Raumnummer und Sitzplatz. Die Anwesenheitsliste ist nach dem Ende der Prüfungen vier Wochen aufzubewahren und muss dem zuständigen Gesundheitsamt auf Verlangen ausgehändigt werden.
  • Schüler, die zu einer Risikogruppe gehören, melden dies bei ihrer Schule an. Sie können das Schulgebäude entweder durch einen gesonderten Eingang oder zu einer bestimmten Zeit einzeln betreten und die Prüfung in einem eigenen Raum absolvieren.
  • Schüler mit akuten respiratorischen Symptomen dürfen nicht an den regulären Prüfungsterminen teilnehmen, sondern nehmen die Nachholtermine wahr. Atteste müssen nicht sofort vorgelegt werden. Sollten während der Prüfung akute Symptome auftreten, wird die betroffene Person die Prüfung in einem Einzelraum abschließen. Zu den Symptomen zählen etwa Husten, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit, Muskel- oder Gelenkschmerzen.
  • Alle Lehrkräfte stehen als Prüfungsaufsicht zur Verfügung. Hiervon ausgenommen sind Lehrkräfte, die zu den Risikogruppen gehören, etwa weil sie älter als 60 Jahre sind oder relevante Vorerkrankungen haben.

Übersicht der Prüfungstermine

Auch die Termine für den Ersten allgemeinbildenden Schulabschluss und Mittleren Schulabschluss stehen fest. Die Prüfungen in den Kernfächern werden ab dem 11. Mai beginnen. „Wir wollen den Schülerinnen und Schülern die Zeit geben, die sie brauchen, um sich mit ihren Lehrkräften auf diese Prüfungen vorzubereiten„, sagte die Ministerin. „Deshalb starten die Schulen ihre Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 und 10 ab dem 22. April.“ Die Vorbereitungen an den Gemeinschaftsschulen finden immer an den prüfungsfreien Tagen statt.

Termine der schriftlichen Abiturprüfungen:

  • Dienstag, 21. April 2020: Profilfächer (neuer Termin)
  • Freitag, 24. April 2020: Kernfach-Fremdsprachen (außer Französisch)
  • Dienstag, 28. April 2020: Kernfach Französisch
  • Donnerstag, 30. April 2020: Kernfach Deutsch
  • Dienstag, 5. Mai 2020: Kernfach Mathematik
  • 26. – 28. Mai 2020: Sprechprüfungen Englisch (neuer Termin)

Nachdem die Landesregierung wegen der Ausbreitung des Coronavirus den Unterrichtsbetrieb an den Schulen und Förderzentren und den Haus- und Krankenhausunterricht bis zum 19. April 2020 untersagt hat, konnten bisher auch die diesjährigen Abschlussprüfungen nicht durchgeführt werden.

Die KMK hat am 25. März 2020 entschieden, dass die Abschlussprüfungen bundesweit durchgeführt werden – auch wenn es dabei wegen des Infektionsgeschehens zu weiteren zeitlichen Verschiebungen kommen kann. Auch kann eine Absage letztlich mit Blick auf das weitere Infektionsgeschehen weiterhin nicht ausgeschlossen werden.

Soweit es den terminlichen Ablauf der Prüfungen betrifft, sehen die Planungen des Bildungsministeriums vorläufig folgendes vor und stehen allerdings auch weiterhin unter dem Vorbehalt, dass das Infektionsgeschehen einen ordnungsgemäßen Prüfungsablauf zulässt:

Abitur an allgemein bildenden Schulen

An erster Stelle ist ein geeigneter neuer Termin für die schriftlichen Profilfachprüfungen (ursprünglich am 26. März) zu finden. Dabei ist der Aufwand für die Erst- und Zweitkorrektur in z.T. großen Lerngruppen zu berücksichtigen. Daher wird der zweite Schultag nach den Osterferien, 21. April (bisher als Nachtermin für Sprechprüfungen vorgesehen) für die Profilfachprüfungen genutzt. Die Korrekturfrist beträgt dann circa fünf Kalenderwochen; Korrekturtage gemäß Staffelmodell werden anfallen, sofern in der Korrekturfrist überhaupt wieder Unterricht stattfinden kann.

Die Themenausgabe für Präsentationsprüfungen erfolgt online (mit Empfangsbestätigung).

Mit freundlichem Gruß

Dr. Ulrich Bleckwehl
-Schulleiter-


Karin Prien erklärt nach der Kabinettssitzung zum Abitur: (25.  März 2020)
„Nach meinem gestrigen Vorstoß, dem Kabinett heute vorzuschlagen, die Abitur und Abschlussprüfungen notfalls ausfallen zu lassen und die Note auf Grundlage der bisher erbrachten Leistungen zu ermitteln, fand heute eine Telefonkonferenz der Kultusminister statt.
Dabei konnten wir uns nach der Unklarheit der vergangenen Wochen endlich auf ein gemeinsames Vorgehen einigen und folgende Beschlüsse fassen:
1. Die Kultusministerkonferenz bestärkt ihren Beschluss vom 12. März 2020, wonach die Länder die erreichten Abschlüsse des Schuljahres 2019/20 auf der Basis gemeinsamer Regelungen gegenseitig anerkennen werden.
2. Sie betont, dass alle Schülerinnen und Schüler keine Nachteile aus der jetzigen Ausnahmesituation haben werden und dass sie noch in diesem Schuljahr ihre Abschlüsse erwerben können.
3. Die Prüfungen, insbesondere die schriftlichen Abiturprüfungen, finden zum geplanten bzw. zu einem Nachholtermin bis Ende des Schuljahres statt, soweit dies aus Infektionsschutzgründen zulässig ist. Schülerinnen und Schüler müssen eine ausreichende Zeit zur Vorbereitung erhalten. Die Prüfungen können auch in geschlossenen Schulen stattfinden, sofern es keine entgegenstehenden Landesregelungen gibt.
4. Die Länder können ausnahmsweise auf zentrale Elemente aus dem Abituraufgabenpool verzichten und diese durch dezentrale Elemente ersetzen
5. Zum heutigen Zeitpunkt stellen die Länder fest, dass eine Absage von Prüfungen nicht notwendig ist. Die Länder stimmen sich eng in der KMK über das weitere Vorgehen ab.
Nachdem mir heute Gesundheitsminister Heiner Garg mitgeteilt hat, dass es nach jetzigem Stand doch vertretbar sein dürfte, unter Einhaltung besonderer Regeln zum Infektionsschutz, Prüfungen in den Schulen stattfinden zu lassen, hat das Kabinett über den Beschluss der KMK beraten. Wir haben beschlossen, das Abitur regulär stattfinden zu lassen. Für uns heißt das, dass die Abiturprüfungen wie geplant ab dem 21. April in Schleswig-Holstein stattfinden. Für die Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein und in ganz Deutschland konnten wir durch diesen Beschluss der KMK heute endlich die Klarheit schaffen, die sie brauchen um sich gut auf ihre Prüfungen vorzubereiten.“