Stille Wahlen und andere neue Umstände im Schulalltag

Nach den Herbstferien startete überall der Schulalltag wieder, auch hier am Bernstorff-Gymnasium in Satrup, nur dieses Mal etwas anders als gewohnt. Wie den Medien zu entnehmen war, tragen wir in der Schule seit den Herbstferien durchgehend Masken. Die einzige Ausnahme bildet der Sportunterricht. Wir machen draußen Sport und halten Abstand voneinander. Wetter? Ja: Es ist kalt und manchmal auch nass…

Wenn man sich vorstellt, dass wir an einigen Wochentagen zehn Stunden Unterricht haben, ist der Gedanke an die Maske durchaus erschreckend. Aber man gewöhnt sich sogar an solche Situationen und freut sich dann umso mehr auf eine Zeit ohne Maske.

Das wird jedoch noch eine Weile dauern, denn aufgrund der Pandemie-Entwicklung müssen wir noch mindestens bis Ende November die Masken im Unterricht tragen.

Aber es gibt noch weitere Einschränkungen und verschärfte Regeln, die unseren Schulalltag erheblich prägen.

Es waren ja gerade Wahlen in den USA und dazu gehörte ein über Monate andauernder Wahlkampf, bei dem sich Trump und Biden eine regelrechte Schlacht geliefert haben. Nun stehen auch in unserer Schule jedes Jahr Wahlen an: Unsere Schülersprecher werden gewählt. Allerdings läuft unsere Wahl und der Wahlkampf etwas anders ab als der von Trump und Biden, so dass unsere Kandidaten sich irgendwie anders bemerkbar machen und um die Gunst der Wähler (Mitschüler) kämpfen müssen.

Normalerweise läuft eine Schülersprecherwahl an unserer Schule wie folgt ab:

In der Aula wird eine Bühne aufgebaut und die Aula wird so vorbereitet, dass pro Schulstunde je 2 Jahrgänge (heute spricht man von Kohorten) Platz haben und die zur Wahl stehenden Schülersprecher sich vielen Schülern gleichzeitig vorstellen können. Dabei erzählen sie den Schülern auch, warum man gerade sie wählen sollte, welche Vorstellungen und Ziele sie als Schülersprecher verwirklichen wollen und stellen sich auch Fragen der Anwesenden. Man bekommt also einen guten Eindruck von jedem der Bewerber. Dann werden Zettel verteilt und es wird abgestimmt – ganz einfach.

Die geltende Kohorten-Regel, die bereits nach den Sommerferien eingeführt wurde, forderte allerdings einen komplett anderen Ablauf als gewohnt, denn Jahrgangsmischung ist untersagt und genügend Abstand kann in der Aula auch nicht eingehalten werden, wenn mehrere Klassen dort zusammenkommen. Dazu gesellte sich dieses Mal ein ganz anderes Problem, das bei den Wahlen in den USA wohl kaum eintreten wird: Es gab keine Kandidaten, die diesen Posten übernehmen wollten. In Zeiten wie diesen muss man sich ja tatsächlich genau überlegen, wofür man überhaupt Verantwortung übernehmen möchte und welche Ziele man erreichen möchte, da sich die Umsetzung der Ziele dieses Mal etwas schwierig gestaltet und es sich ja irgendwie doch immer wieder alles um Corona dreht.

Schließlich fanden sich aber zwei Teams (eins aus dem 10. und eins aus dem 12. Jahrgang), die sich als Schülersprecher aufstellten und bereit waren, gegeneinander anzutreten. Eine persönliche Vorstellung in der Aula war, wie bereits angedeutet, nicht möglich.

Maximilian und Rasmus
Die neuen Schülersprecher Maximilian Rose und Rasmus Nielsen

Allein über Bekanntheitsgrad, Mundpropaganda und ein paar Informationen von Außenstehenden, konnte man sich einigermaßen vorstellen, wofür die Teams jeweils stehen. Es wurden schließlich Wahlzettel durch die noch amtierende Schülervertretung in den Klassen verteilt und klassenweise eingesammelt. Statt auf Grundlage eines Wahlprogramms gaben wir dieses Mal unsere Stimmen den Kandidaten, denen wir aufgrund unserer inneren Stimmen mehr vertrauten. Für uns war es eine spannende neue Erfahrung und eine gute Lösung für dieses Jahr.

Doch das Schöne in dieser Zeit ist, während wir nicht nur eine Pandemie zum Problem haben sondern auch der Fremdenhass immer spürbarer wird, dass wir zusammen halten und  füreinander einstehen, wir machen gemeinsam aus allem das Beste und jeder Schüler und Lehrer engagiert sich so, wie er sich am besten einbringen kann, damit unsere Schule auch in dieser Situation weitergeht. Denn wir sind, wie unser neuer Schulleiter immer wieder gern betont, die „Bernstorff-Familie“.

Sophia V. Klein, 13b